„Das Wort war bei Gott“, schreibt Johannes, „Gott war das Wort.“ Gott und sein Wort sind eins. Er ist ein Gott, der redet – und er ist ein Gott, der handelt. Zu Weihnachten manifestiert sich Gottes Wort – er verwandelt sein Wort in die Tat. Weihnachten – die Geburt Jesu – ist das Fleisch, das Mensch gewordene Wort Gottes.
Er spricht – und es geschieht
Das Besondere am Reden Gottes ist, dass er damit nicht nur Informationen weitergibt. Er liefert die Kraft, das Wort zur Tat werden zu lassen, gleich mit. „Wenn er spricht, so geschieht es, wenn er gebietet, so steht‘s da.“ Wenn Menschen reden, sind sie darauf angewiesen, dass jemand hört, der mit diesem Reden etwas anfangen kann. Wer ins Leere ruft, kann nicht erwarten, dass das irgendetwas bewirkt.
Anders ist das bei Gott. Er spricht in die Finsternis: „Es werde Licht!“, und es wird hell. Er befiehlt: „Die Erde bringe hervor...!“, und die Pflanzen wachsen. Jesus sagt zu einem toten Kind, das ja völlig unfähig ist, die Aufforderung zu hören oder gar ihr Folge zu leisten: „Ich sage dir, stehe auf!“ Da wird es lebendig und steht tatsächlich auf. So etwas geht nur, wenn das Wort nicht nur Sprache ist – also nicht nur codierte Gedanken –, sondern wenn die Kraft, Tat zu werden, „Fleisch“ zu werden, schon darin liegt. Bei Gott ist es genau so! Seine Worte sind Kraft. Seine Worte sind Tat. Er selbst ist identisch mit seinem Wort.
Das Wort wird Mensch
Weihnachten ist das Ereignis, bei dem das am deutlichsten wird. „Das Wort wird Mensch.“ Gott hat den Menschen seine Liebe zugesagt. Und dieses Versprechen wird konkret, als er Mensch wird. Sehr konkret: Da ist ein Stall, in den Gott kommt, eine Futterkrippe, Windeln sogar – menschlicher geht es nicht. Kein Wort in irgendeiner Sprache kann deutlicher sein als dieses Handeln Gottes. Er sagt, überdeutlich und unmissverständlich: Ich liebe dich, Mensch! Ich möchte Verbindung zu dir aufnehmen. Ich will Gemeinschaft mit dir haben. Und trotzdem: „Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht ergriffen“, schreibt Johannes. Und: „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Ist das zu fassen?!
Ich weiß, dass Gott auch zu diesem Weihnachtsfest wieder mit uns redet, dass sein Wort neues Leben in uns schafft. Und dazu sollten wir uns das Bild vor Augen führen, wie Gott sich so erniedrigt, dass er in einen Viehstall kommt. Nicht, weil dieses Bild romantische Weihnachtsgefühle weckt, sondern weil es zeigt, wie Gottes Wort in dieser Welt konkret wird.
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
wünscht Ihnen
Eckart zur Nieden
Der Autor ist Journalist und Publizist. Er gehört zu den beliebtesten Autoren christlicher Jugendbücher und Hörspiele.